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Thema im Magazin

Preise & Verkauf

Preise erhöhen, Serien verkaufen, hochpreisige Behandlungen füllen: was Studios zeigen, die mit höheren Preisen ausgebucht sind.

Verliere ich Kundinnen, wenn ich meine Preise erhöhe?

Nicht zwangsläufig. In mehreren Fallstudien bei Beautyholic haben Studios ihre Preise angehoben und waren danach trotzdem ausgebucht oder haben deutlich mehr umgesetzt. Gemeinsam ist ihnen, dass genug neue Kundinnen nachkamen: Wer volle Wochen hat, muss nicht über den Preis verkaufen.
Kosmetik Ella Rode hat den Umsatz verdoppelt und arbeitet dabei weniger. CMC Christina März Cosmetics ist mit höheren Preisen bis zu 4 Monate im Voraus ausgebucht, Gamze Beauty hat aus dem Homestudio heraus den Umsatz vervierfacht.

Wie komme ich aus Behandlungen mit niedrigen Preisen heraus?

Oft über einen neuen Schwerpunkt statt über einen Aufschlag auf das Alte. Kosmetikinstitut Manuela Martzok machte viel Fußpflege zu 49 bis 69 € und ist heute mit Anti-Aging-Behandlungen bis 159 € ausgebucht, im besten Monat mit 42 Terminen. Bei Nails & Beauty by Laila kamen zu Nägeln rund 50 Gesichtsbehandlungen im Monat dazu.

Kann man teure Behandlungen über Werbung verkaufen?

Ja. J.LA Beauty hat über 1.700 Neukundinnen für Powder Brows zu 490 € gewonnen. PK Aesthetics bekam 36 Anfragen für eine Kombibehandlung zu 595 €. Der Preis entscheidet weniger als die Frage, ob die Kundin den Nutzen versteht.

Warum verkaufen erfolgreiche Studios Serien statt Einzeltermine?

Weil eine Serie den Umsatz pro Kundin vervielfacht und den Kalender auf Wochen hinaus plant. Bei Izelle Cosmetic stammen 47 % des Umsatzes aus Serien und Zusatzverkauf. Anita Kölbl AntiAging & Bodyforming hat in einem Monat zwei 20er-Serien zu je 1.449 € verkauft. Skin Lover verkauft Haarentfernung nur noch im Paket.

Lohnt sich ein Verkaufstraining?

Bei den Studios, die eines gemacht haben, zeigt es sich deutlich im Umsatz. medicare Wien kam mit dem Verkaufstraining auf fast 59.000 € im Monat, ein Plus von 41 %. Izelle Cosmetic setzt seitdem über 25.000 € im Monat um. Es geht dabei ums Beraten, nicht ums Überreden.

Wann ist ein guter Zeitpunkt für neue Preise?

Wenn es einen Anlass gibt, den Kundinnen nachvollziehen können. Zum 1. Januar 2027 steigt der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 € auf 14,60 € je Stunde, also um 5 %. Für Studios mit Angestellten steigen damit die Kosten – ein Grund, den jede Kundin versteht. Neue Preise gehören dann auch in das Preisverzeichnis, das du in deinen Geschäftsräumen aushängen musst.

Häufige Fragen

Muss ich meine Preise im Studio aushängen?

Ja. Nach § 12 der Preisangabenverordnung braucht jedes Studio, das Verbraucherinnen Leistungen anbietet, ein Preisverzeichnis über die wesentlichen Leistungen. Es hängt in den Geschäftsräumen und, wenn vorhanden, im Schaufenster.

Wie hoch ist der Mindestlohn ab 2027?

Ab dem 1. Januar 2027 beträgt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland 14,60 € brutto je Stunde. 2026 sind es 13,90 €.

Bringen Serien und Pakete wirklich mehr Umsatz?

In den Fallstudien ja: Bei Izelle Cosmetic kommen 47 % des Umsatzes aus Serien und Zusatzverkauf.

Quellen

  • Beautyholic, veröffentlichte Fallstudien (Stand 05.11.2026), ausgewertet nach Ausgangslage, Ergebnis und Behandlungen. Alle Zahlen zu einzelnen Studios stehen in der jeweils verlinkten Fallstudie. https://www.beautyholic.de/fallstudien
  • Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung (MiLoV 5) vom 05.11.2025, BGBl. 2025 I Nr. 268 – Mindestlohn 13,90 € ab 01.01.2026, 14,60 € ab 01.01.2027. https://www.gesetze-im-internet.de/milov5/BJNR10C0A0025.html
  • Preisangabenverordnung, § 12 – Preisverzeichnis über die wesentlichen Leistungen, anzubringen in den Geschäftsräumen und, falls vorhanden, im Schaufenster. https://www.gesetze-im-internet.de/pangv_2022/__12.html

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Häufige Fragen zum Thema

Sollte mein Kosmetikstudio beim Black Friday mitmachen?

Mit einem Rabatt für alle eher nicht, weil er vor allem Stammkundinnen erreicht, die auch zum vollen Preis gekommen wären. Sinnvoller sind im November Gutscheine zum vollen Wert, eine Zugabe statt Nachlass oder Behandlungsserien.

Bringen Rabatte neue Stammkundinnen?

Sie bringen neue Kundinnen, ob diese bleiben, ist in der Forschung umstritten. In einer Studie waren Kunden, die mit 35 Prozent Rabatt kamen, langfristig nur etwa halb so viel wert. In Feldexperimenten eines Versandhändlers kauften Erstkunden nach einem tieferen Rabatt dagegen später mehr. Eine Studie aus Kosmetikstudios gibt es nicht.

Ab welchem Rabatt gilt ein Black-Friday-Angebot als gut?

Laut der BCG-Befragung vom Herbst 2026 im Schnitt der zehn Länder ab rund 30 Prozent. In Deutschland vertrauen aber nur 37 Prozent der Befragten darauf, dass die beworbenen Rabatte wirklich unter dem regulären Preis liegen.

Gilt die 30-Tage-Regel auch für Behandlungen?

Nein. § 11 der Preisangabenverordnung gilt für Waren, etwa für Pflegeprodukte. Für Behandlungen gilt aber das Irreführungsverbot aus § 5 UWG: Ein alter Preis, der nur kurz oder nie verlangt wurde, kann irreführend sein.

Sagen Kundinnen günstige Termine öfter ab?

Das ist plausibel, aber nicht belegt. Eine Studie, die Ausfälle bei rabattierten und regulären Terminen vergleicht, gibt es nach unserer Recherche nicht.

Muss man eine Preiserhöhung im Kosmetikstudio ankündigen?

Für Einzeltermine, die nach der Erhöhung gebucht werden, gibt es keine gesetzliche Ankündigungsfrist. Das Preisverzeichnis im Studio muss nach der Preisangabenverordnung aber die aktuellen Preise zeigen. Was schon vereinbart oder bezahlt ist, etwa eine Serie, gilt zum vereinbarten Preis.

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